110 Fritz Kola – Horst Music & Arts Festival
Horst Arts & Music Festival, Vilvoorde Brüssel, Belgien
2025 - Wettbewerb
Konzept
DAS HORST MUSIC & ARTS FESTIVAL
Jenseits der Diskussion über Nachhaltigkeit und die unbestreitbare Dringlichkeit planetarer Grenzen bleiben Kunst, Musik, Design und Architektur fundamentale Säulen unserer Gesellschaft. Diese Disziplinen fördern den kulturellen Dialog, entfachen die Vorstellungskraft und schaffen gemeinsame Erlebnisse, die unsere Gemeinschaften prägen. Selbst wenn es sich um ein temporäres Ereignis handelt, das nur drei Tage dauert, ist das Horst Arts & Music Festival weit mehr als nur ein Event – es ist ein Katalysator für Begegnung, Kreativität und Veränderung.
Vor der rauen Kulisse eines industriellen Stadtlandschaft verwandelt das Festival vergessene Orte, indem es zeitgenössische Kunst mit urbaner Rohheit verschmilzt. In diesem Kontext entsteht The Crown – eine Struktur, die nicht nur gebaut wird, sondern als Symbol kollektiver Erfahrung gedacht ist und in der Nacht pulsierend Energie ausstrahlt.
DIE PLAZA & DIE BAR
Der erste Schritt in die Festivalwelt beginnt auf der Plaza, einem offenen, pulsierenden Raum, der als sozialer Mittelpunkt des Festivals fungiert. Hier verdichtet sich die Energie, hier tauchen die Besucher in die Atmosphäre ein.
Im Zentrum der Plaza steht die Fritz-Kola Bar, ein markantes Schwarz-Weiß-Statement und sofort erkennbares Symbol der Marke. Doch sie ist mehr als nur eine Bar – sie verkörpert die rebellische Identität von Fritz-Kola, lädt zu Gesprächen ein, schafft Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse. Das Mobiliar aus recycelten Fritz-Kola-Kistenwird durch gezielte Beleuchtung in Szene gesetzt, was dem Ort eine markante und zugleich einladende Atmosphäre verleiht.
Gegenüber den drei ikonischen, halbrunden Zelten trägt die Bar zur räumlichen Struktur der Plaza bei. Sie schafft eine dynamische soziale Zone – ein Ort zum Zusammenkommen, Innehalten und Vorfreude auf das Kommende. Von hier aus führt der Weg nach oben – zur höchsten und immersivsten Clubbing-Bühne des Festivals.
THE CROWN
Hoch über den industriellen Dächern erhebt sich The Crown – eine leuchtende, architektonische Geste, die mit ihrer Zickzack-Dachform die Skyline prägt. Inspiriert von den klassischen Sägezahndächern der Industriekultur, nutzt sie Baugerüste und grünen Schutznetze, um temporäre Baustoffe in ein ikonisches Zeichen urbaner Ausdruckskraft zu verwandeln.
Mit Einbruch der Dunkelheit wird The Crown zum Lichtsignal des Festivals. Strahlende Lichtkegel schneiden durch die Nacht, markieren die Struktur als Wegweiser in der Festival-Landschaft. Doch es ist mehr als ein Bauwerk – es ist ein Gefäß für Sound, Bewegung und kollektive Erfahrung.
Von hier aus eröffnet sich ein einzigartiger Blick über das Festivalgelände und die massiven Kühltürme des Kraftwerks auf der anderen Flussseite. Ihre beleuchteten Silhouetten bilden einen Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart. The Crown lädt dazu ein, sich der Musik, dem Licht und der Bewegung hinzugeben und temporäre Architektur neu zu denken.
INKLUSION
The Crown wurde als barrierefreier Raum konzipiert, damit alle Besucher, unabhängig von ihrer Mobilität, an der Erfahrung teilhaben können. Der Zugang erfolgt über eine 1,80 Meter breite Treppe sowie einen Industrieaufzug, der Rollstuhlfahrern und Personen mit eingeschränkter Mobilität eine mühelose Ankunft auf der Plattform ermöglicht.
Der Boden besteht aus Metallprofilen des Baugerüsts, wodurch eine stabile, rutschfeste Oberfläche gewährleistet wird. Direkt neben der Hauptbühne liegt eine 32 Quadratmeter große Dachterrasse, die einen Meter tiefer als die Hauptplattform liegt. Sie dient als Ruhebereich oder Raucherzone, von der aus man das Festival aus einer anderen Perspektive genießen kann. Diese gestaffelte Anordnung schafft räumliche Vielfalt und ermöglicht unterschiedliche Intensitätsstufen der Erfahrung innerhalb einer einzigen Struktur.
SICHERHEIT
Die gesamte Konstruktion basiert auf einem modularen 2,07-Meter-Baugerüst-Raster, das sich direkt aus dem bestehenden Setup der Bar ableitet. Dadurch wird statische Effizienz und Stabilität gewährleistet und gleichzeitig sichergestellt, dass die belgischen Vorschriften für öffentliche Veranstaltungsräume und Fluchtwege eingehalten werden.
Mit 107 Quadratmetern Hauptbühnenfläche und einer zusätzlichen 32 Quadratmeter großen Terrasse muss die maximale Kapazität klar definiert werden. Die 1,80 Meter breite Treppe dient als Hauptfluchtweg, während der Industrieaufzug als sekundäre Evakuierungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Diese Maßnahmen garantieren ein sicheres und reguliertes Umfeld für alle Festivalbesucher.
Um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren und lokale Handwerksbetriebe zu unterstützen, wird das Projekt in Zusammenarbeit mit einem Gerüstbauunternehmen aus Brüssel realisiert. Kurze Transportwege und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen stehen dabei im Mittelpunkt.
UMSETZUNG
The Crown war eine von 212 Einreichungen aus ganz Europa, was die hohe Qualität und den kreativen Anspruch dieses Wettbewerbs unterstreicht. Das Projekt bleibt im vorgegebenen Rahmen realisierbar, wobei einige logistische Details – wie die endgültige Materialbeschaffung und die Bauzeitpläne – in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern weiter ausgearbeitet werden.
Die Umsetzung folgt einer klar strukturierten Logistik: Materiallieferung per LKW, um eine effiziente Installation zu gewährleisten. Das modulare Gerüstsystem erlaubt eine schnelle Montage innerhalb von zwei Tagen, einschließlich Bodenbelag, Geländer und Treppen. Der Abbau ist für einen einzigen Tag geplant, wobei alle Materialien entweder wiederverwendet oder an die Lieferanten zurückgegeben werden, im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen des Festivals.
Durch die Integration lokaler Expertise und vorhandener Ressourcen setzt das Projekt auf Effizienz, Nachhaltigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Material. Es ist ein Beispiel dafür, wie temporäre Architektur eine mutige kreative Vision mit pragmatischer Umsetzung verbinden kann – für ein unvergessliches Festivalerlebnis, das dennoch auf realistischen Grundlagen beruht.
Team
TEAM Kollektiv Krone sind
Adrian Conradi &
Winfried Schneider