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114 Grabenhof-Landschafts-Park

Grabenhofstrasse, 6010 Kriens, Schweiz

2025 - Wettbewerb

Grabenhofpark Kriens –
Landschaft, Quartier und Geschichte verbinden
Der Grabenhofpark schafft einen neuen, zusammenhängenden Freiraum zwischen Siedlung und Landschaft. Er knüpft an die historischen Strukturen des Ortes an – Obstwiesen, Schrebergartenraster und die Linienführung des Schlimmbachs – und übersetzt sie in eine zeitgemässe Parklandschaft. Der Park basiert auf drei klaren räumlichen Einheiten: Auenlandschaft, Landschaftspark und Quartiertreff als verbindendes Zentrum.

Auenlandschaft –
Biodiversität, Wasserhaushalt und Mikroklima
Der westliche Parkteil folgt der Logik des Schlimmbachs und seiner natürlichen Dynamik. Zwei flache Rückzugsteiche sind an den Bach angeschlossen und stabilisieren den Wasserhaushalt. Unterschiedliche Tiefen, Kiesufer, Schattenzonen und Verlandungsbereiche bilden Lebensräume für Libellen, Amphibien, Bachflohkrebse, Flusskrebse und feuchteliebende Pflanzen.
Der Weg verläuft entlang des Hochwasserdamms, bleibt schmal und zurückhaltend. Modellierte Ufer, Baumgruppen und eine kleine Lichtung schaffen ein ausgeglichenes Mikroklima und eine ruhige Aufenthaltsqualität. Die Auenlandschaft bildet damit das ökologische Rückgrat des Parks.

Landschaftspark –
Offene Wiese, Bewegung und sozialer Alltag

Der Landschaftspark ist der weite, helle Teil des Grabenhofparks. Die grosse Wiese ermöglicht freie Nutzungen: Sitzen, Treffen, Picknick, leichte Bewegung. Entlang des Bogenwegs liegen die intensiveren Zonen – Workout-Bereich, Feuerstelle, Spiel- und Aufenthaltsfelder.

Die Vorzonen der neuen Siedlung strukturieren den Übergang zwischen privat und öffentlich, zwischen sensiblem Naturbereich und personenintensiveren Räumen. Der Landschaftspark ist der soziale Alltagstraum des Quartiers und bildet ein offenes Pendant zur introvertierten Atmosphäre des Auenparks.

Quartiertreff –
Zentrum zwischen Auenraum und Wiese

Der Quartiertreff liegt am Kreuzungspunkt aller Wege und verbindet beide Parkwelten. Das grosszügige Dach aus Re-Use-Holz markiert den Ort und schafft einen witterungsgeschützten Raum für Alltag und Anlässe.
WC, Buvette und Depot stehen auf bestehenden Fundamenten der früheren Gartenhäuser. Der Pilatus-Turm – ebenfalls aus gestapelten Re-Use-Elementen – dient als Orientierungspunkt, Kletterstruktur und potenzieller Technikstandort. Die Halle wird durch Photovoltaik auf dem Dach teilweise energetisch versorgt, zusätzlich unterstützt durch Regenwassernutzung im Bereich des Wasserspiels.
Der Quartiertreff verankert den Park im Quartier und übernimmt eine räumliche wie soziale Scharnierfunktion.

Re-Use als Grundprinzip –
Ressourcen sparen, Identität stärken
Der Park baut auf den bestehenden Fundamenten des ehemaligen Schrebergartenareals auf. Durch Zuschneiden, Stapeln, Drehen und Versetzen entstehen neue Parkelemente:

• Pflanzbeete & Kompost
• Bodenplatten und Treppen
• Liegebjekte & Sitzbänke
• Kletter- und Spieltürme
• Trockenmauern & Kleintierreservate
• Grill- & Work-Out-Station
• Konstruktion & Fassade für Quartiers-Treff
Diese Prinzipien reduzieren den Verbrauch neuer Materialien, verkürzen Transportwege und hält den CO₂-Fussabdruck sehr gering. Gleichzeitig bleibt die Geschichte des Ortes sichtbar und transformiert sich in eine  robuste Grundlage für den neuen Park.

DGJ  PAYSAGES sàrl
Winfried Schneider Produktdesign

Katja Drapata
Daphne Keegstra 
Manon Migadel
Gabriella Speich
Daniel Jauslin
Winfried Schneider

114_Grabenhof_VIS_Bogenweg_01
114_Grabenhof_VIS_Bogenweg_02
114_Grabenhof_VIS_Aue_01
© Winfried Schneider
114_Grabenhof_VIS_Wasserspielplatz
114_Grabenhof_VIS_Objekte
114_Grabenhof_VIS_Obstwiese
114_Grabenhof_VIS_Park_Gesamt
114_Grabenhof_VIS_Aue_02
114_Grabenhof_VIS_Workout
114_Grabenhof_VIS_Aue_Trockenmauer
114_Grabenhof_VIS_Pilatus
114_Grabenhof_VIS_Blumen
114_Grabenhof_VIS_Wasserspielplatz_01

 

 
 

Pläne Wettbewerb

114_Grabenhof_Layout_DINA0_S1

Während der Begehung wurden die bestehenden Gebäude sowie die darunterliegenden Fundamente freigelegt und analysiert. Zu Beginn bestand die Absicht, diese Strukturen weitgehend zu erhalten, um Eingriffe in das Terrain zu minimieren und den baulichen Bestand möglichst vollständig weiterzuführen.

Ein erster Entwurfsansatz zeigte jedoch, dass eine flächige Beibehaltung der Fundamente zu einer rasterartigen Überlagerung des Parks führte. Die räumliche Wirkung erinnerte an ein Friedhofsfeld aus gleichförmigen Sockeln. Weder konnte eine zusammenhängende, frei nutzbare Wiesenfläche entstehen, noch liess sich der signifikante Terrainunterschied entlang des geplanten Bogenwegs sinnvoll ausgleichen.

Der Höhenversatz wurde daraufhin gezielt in die Terrainmodellierung integriert und neu organisiert. Die bestehenden Fundamente blieben ausschließlich dort erhalten, wo sie konstruktiv und funktional notwendig sind. Sie bilden nun die Grundlage für Brücke, Quartierstreff, Sitzgelegenheiten, Grillstellen und Pflanztröge.

Die vorhandenen Strukturen wurden ausgebaut, zerteilt, gestapelt und in transformierter Form wieder in das räumliche Gefüge eingebunden.

Ein zusätzlich angedachter dritter Teich in unmittelbarer Nähe des Quartierstreffs – als kombinierter Wasserspiel- und Aufenthaltsbereich – erwies sich technisch und wasserrechtlich als nicht umsetzbar und wurde deshalb verworfen.