067 Pavillon Parkschale
Gloriastrasse, Zürich ETH, Schweiz
2020 - Öffentlicher Wettbewerb
Pavillon im Park – Ein Ort der Begegnung im Gloriapark
Im Rahmen eines offenen Wettbewerbs der Stadt Zürich im Oktober 2020 entstand der Entwurf für den Pavillon im Gloriapark, einem zentralen Ort im Hochschulgebiet. Der Pavillon fügt sich sensibel in die umgebende Parklandschaft ein und bildet eine harmonische Verbindung zwischen dem Gloriapark und den umliegenden Gebäuden, wie dem neuen UZH-Forum und dem Uni-Hauptgebäude. Er verbindet die Funktion eines Aufenthaltsortes mit einer gestalterischen Antwort auf die besonderen Anforderungen dieses Quartiers.
Ein Pavillon, der Räume schafft
Der Pavillon liegt entlang des südlichen Parkwegs und schafft eine Adresse am Park. Durch seine durchdachte Gestaltung entstehen Blickbeziehungen zwischen dem UZH-Forum, dem Uni-Hauptgebäude und dem Park. Die räumliche Organisation des Pavillons verbindet Innen- und Außenräume. Der Gastraum des Cafés öffnet sich gen Süden, wobei das Dach scheinbar nahtlos von innen nach außen übergeht. Im Sommer verstärkt sich dieser Effekt, wenn die große Fensterfront geöffnet wird. Die Stützen des Daches sind bewusst in ihrer Gestaltung an die Bäume des Parks angelehnt, wodurch eine subtile Verbindung zwischen Architektur und Natur geschaffen wird.
Flexibilität für unterschiedliche Nutzungen
Die allseitig überdachten Außenbereiche des Pavillons sind so angelegt, dass sie sich dem Sonnenstand entsprechend um das Gebäude bewegen lassen. Dies erhöht die Aufenthaltsqualität und wird zum identitätsstiftenden Element. Der östliche Bistrobereich mit einem Ausgabefenster ist für den morgendlichen Betrieb vorgesehen, während der westliche Bereich den Abendbetrieb mit Blick in die tief stehende Sonne ermöglicht. Der Pavillon bietet zudem flexible Räume für Veranstaltungen, die durch einen zuziehbaren Vorhang im Außenbereich auch räumlich abgetrennt werden können.
Ein architektonisches Statement
Der Pavillon bewegt sich in der Tradition von kleinen, prägnanten Gebäuden, die städtische Orte prägen, wie das Bellevue mit seinem großzügigen Dach oder die Rio-Bar an der Sihl. Die konkaven und konvexen Rundungen des Pavillons greifen die Formensprache des Quartiers auf, insbesondere der Gebäude und Eingangshallen der Universität. Mit seiner Leichtigkeit und Transparenz fügt sich das Kupfernetz der Fassade sowohl in die pflanzliche Welt des Parks als auch in die umliegenden Gebäude mit Kupferdächern ein.
Nachhaltige Materialien und Konstruktion
Das Dach ist aus einer verstrebten Holzkonstruktion gefertigt, die durch eine Mehrschichtplatten-Sandwichkonstruktion ihre Steifigkeit erhält. Der Hohlraum ist im Bereich des Cafés vollständig gedämmt, während die übrigen Bereiche hinterlüftet sind. Die Außenwände bestehen aus einer 32 cm starken, gedämmten Holz-Ständer-Konstruktion, während die Innenwände des Cafés auf 20 cm Stärke reduziert wurden. Die Außenhaut aus einem Architekturnetz aus Kupfer schafft Transparenz und Leichtigkeit, während Sitznischen aus heimischem Kastanienholz haptischen Komfort bieten.
Der Boden des Pavillons besteht aus geschliffenem Recycle-Beton, der Innen- und Außenräume visuell und funktional miteinander verbindet. Das Office wurde aus hygienischen Gründen vollständig in Edelstahl gestaltet, was zugleich Robustheit und Langlebigkeit garantiert. Die segmenthaft herausziehbare Kupfer-Außenhaut ermöglicht eine flexible Nutzung und Zonierung des Pavillons, sei es für Cafébetrieb oder private Veranstaltungen.
Ein Beitrag zur städtischen Identität
Mit seiner durchdachten Konstruktion und den harmonischen Bezügen zur Umgebung erweitert der Pavillon die städtische Identität des Hochschulquartiers. Der Entwurf nutzt die Begrünung und die vielfältigen Blickachsen, um den Pavillon sowohl als Ort der Begegnung als auch als gestalterisches Element im urbanen Kontext zu etablieren.
Team
Planung: Sandra Schlosser Atelier Soto, Winfried Schneider
Baumanagement: Arcanus Baumanagement AG
Ingenieur: Timbatec Holzbauingenieure
Haustechnik: Gartenmann Engineering AG