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070 Stadt Haus Kiosk

Stadthausanlage, Zürich, Schweiz

2022 - Öffentlicher Wettbewerb

Die drei Häuser
Der neue Kiosk bildet mit dem historischen Maillard-Pavillon und dem WC-Gebäude eine Abfolge von drei Gebäuden, die die Stadthausanlage prägen. Der Maillard-Pavillon bleibt als achteckiges Zentrum der Anlage das Herzstück. Der Kiosk ist so positioniert, dass die Sichtachsen zum Pavillon, zum Geiser-Brunnen und zur Kurt-Guggenheim-Anlage erhalten bleiben.

Das Gebäude orientiert sich entlang der Fraumünsterstraße, steht aber innerhalb des Baumrasters der Stadthausanlage. Mit seiner rechteckigen Grundfläche und klassischen Satteldachform fügt es sich unaufdringlich ein und unterstreicht die städtebauliche Hierarchie.

Funktionalität trifft Einfachheit
Im geschlossenen Zustand präsentiert sich der Kiosk als kompaktes Volumen. Sobald die Fassaden geöffnet werden, entstehen einladende Gesten. Große Tore und Schiebefenster verbinden Innen- und Außenräume. Der überdachte Vorraum, der sich Richtung Süden öffnet, bietet Schutz vor Sonne und Regen und schafft eine direkte Verbindung zum Marktbetrieb.

Die räumliche Organisation erlaubt eine flexible Nutzung. Ein Verkaufsfenster richtet sich zum Markt, während ein weiteres Ausgabefenster kalte und warme Speisen in einem wettergeschützten Bereich bereitstellt. Der Kiosk kann auch in den Wintermonaten mit reduziertem Betrieb geöffnet werden.

Materialität und Nachhaltigkeit
Die Fassade besteht aus recycelten Schmelzglasplatten in einem grün-blaulichen Schimmer. Dieses Material erzeugt einen kristallinen, urbanen Ausdruck und nimmt Bezug auf die plastischen Steinfassaden der umliegenden Altbauten. Das Glas integriert Photovoltaik-Paneele, die nachhaltigen Strom erzeugen.

Die tragenden Wände bestehen aus einer gedämmten Holz-Ständer-Konstruktion, während sichtbares Tannen- und Fichtenholz im Innenraum eine angenehme Atmosphäre schafft. Die Konstruktion ist verschraubt und gesteckt, sodass der Kiosk leicht repariert, umgebaut oder recycelt werden kann.

Ein zukunftsfähiger Bau
Durch den Verzicht auf Beton im Untergeschoss wird der CO₂-Ausstoß minimiert. Stattdessen ruht die Konstruktion auf einem verdichteten Schotterfundament mit Schraubankern, die in die tragfähige Sedimentschicht reichen. Diese innovative Bauweise ermöglicht eine ressourcenschonende und langlebige Nutzung.

Das Dach und die Fassade sind so gestaltet, dass sie sowohl direkte solare Wärmegewinne im Winter als auch natürlichen Überhitzungsschutz im Sommer bieten. Das Blätterdach der umliegenden Bäume sorgt für angenehme Temperaturen und erhöht die Aufenthaltsqualität der Stadthausanlage.

Ein Beitrag zur Stadtkultur
Der Stadt Haus Kiosk steht in der Tradition kleiner, prägender Gebäude im urbanen Raum. Seine Gestaltung orientiert sich an den spezifischen Anforderungen des Standorts und verknüpft historische Bezüge mit zeitgemäßer Architektur. Die Verwendung nachhaltiger Materialien und die flexible Nutzbarkeit machen den Kiosk zu einem Symbol moderner Baukultur, die Tradition und Innovation vereint.

Team
Planung: Sandra Schlosser, Atelier Soto, Freiraum und Landschaft Basel, Winfried Schneider
Baumanagement: Arcanus Baumanagement AG
Ingenieur: Timbatec Holzbauingenieure Zürich Haustechnik:
Gartenmann Engineering AG Zürich